WIR WERDEN DAMIT LEBEN MÜSSEN

über das Zusammenbrechen in letzter Zeit

von Workinglifebalance Ltd. in Kooperation mit Theater im Bahnhof

einige von uns denken, dass es schon längst begonnen hat. einige von uns haben das gefühl, dass es jetzt gerade beginnt. eine glaubt, dass es schon vorbei ist. 

“Wir werden damit leben müssen”. Dieser Satz wurde im Frühling 2020 während des Lockdowns von einer über 80-jährigen Kollaborateurin in einem Gespräch über die Einsamkeit förmlich fallengelassen. So traurig dieser Satz klingt, er war in diesem Moment nicht resignativ, verzweifelt oder dystopisch gemeint, sondern hat auf eine Zukunft hingewiesen, in der wir damit leben werden. 

Wir setzen eine Betonung auf LEBEN und nicht auf MÜSSEN. Das bedeutet, sich aus Schockzuständen heraus zu bewegen, Angstphantasien und untergegangenen Hoffnungen mit offenen Augen entgegen zu treten, und sich auszusetzen.

Die Angst vor dem Zusammenbruch ist oft eine verschüttete traumatische Erinnerung,  das Fragment einer kollektiven Katastrophenerzählung. Deswegen gilt es, um offen zu werden, in persönlichen und kollektiven Biographien nach Momenten des Zusammenbruchs zu suchen. Die heile Welt, die jetzt bedroht ist, hat vielleicht nie existiert. 

Die Spaltung war immer schon da, vielleicht richtet die jetzt wieder so genannte Krise den Scheinwerfer auf eine Auflösung, in der sich diese Gesellschaft immer schon befunden hat. Es wäre schön, wenn sie sich wieder zusammen setzen könnte. 

Nach einer Zeit der Isolation in der die einzelnen Menschen die kollektive Krise sehr unterschiedlich erfahren haben, fragen wir uns, was jetzt passiert, wenn wir wieder rausgehen. Auch wenn wir wieder rausgehen müssen.

Nach unserer ersten gemeinsamen Arbeit DIE EINSAMKEIT DIESER STADT setzen wir die Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Menschen fort, die daran interessiert sind, mit uns gemeinsam die momentanen Zustände der Gesellschaft zu untersuchen, sich aus ihren Blasen heraus zu bewegen und auf ein neues Terrain zu begeben. Unsere Kollaborateurinnen sind in ihrem Alltag in anderen Bereichen beschäftigt. Jetzt gehen  sie auf die Bühne und bereiten ein Fest vor, von dem wir nicht wissen, wann, wie und ob es gefeiert wird.
Sie erzählen von großen und kleinen Katastrophen und denken über vergangene und zukünftige Zusammenbrüche nach. Einige von uns würden gerne deutlicher werden und ein Manifest für diese neue Gesellschaft vorlesen, andere würden sich lieber einer Bewegung hingeben, die man mit Wörtern sowieso nur kleiner und ein bisschen lächerlich machen würde. 

wir werden damit leben müssen: dystopie, solidarität, krise, schildkröte, zärtlichkeit, zusammenbruch, mahnung, sex, aufräumen. 

 

Team

With: Anna Guter , Sonja Kremser , Ulla Kurikka , Gabi Nussbaumer , Elfi Schalk

Idea and staging: Johannes Schrettle, text: Eva Hofer, Johannes Schrettle, Scenography: Andrea Meschik , Helene Thümmel, Dramaturgie: Eva Hofer, Konzept: Eva Hofer, Christina Lederhaas, Choreographie: Christina Lederhaas

http://workinglifebalanceltd.wordpress.com

workinglifebalanceltd@gmail.com

Kartenreservierung & Info:
Tel: 0677 64019699
Kartenlink online:

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unter https://www.theater-im-bahnhof.com