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GRAZ ALEXANDERPLATZ

 

Graz hat keinen Alexanderplatz. Graz hat auch mit Berlin nicht besonders viel gemeinsam. Selbst "Air Berlin" hat vor kurzem seinen Direktflug eingestellt.Zumindest vorübergehend.

Graz ist für das Theater im Bahnhof immer ein Modell für die Welt gewesen, so wie Berlin für Alfred Döblin "der Mutterboden aller meiner Gedanken" war. Auf dieser Verwandtschaft baut die Produktion "Graz Alexanderplatz" auf. Döblin hat in seinem epochalen Großstadtroman die Stadt zum Hauptakteur ernannt und sie mit der Einzelgeschichte um den gestrandeten Franz Biberkopf verschnitten. "Man erzählt nicht, man baut", heißt es in seinem Berliner Programm. Seit einiger Zeit begibt sich das TiB-Ensemble auf Beobachtungstouren durch die Stadt. Wir notieren, schreiben auf, erfassen Ö-Töne, protokollieren, verfassen Listen, bei Tag und Nacht. Wir versuchen, die Stadt wie ein Fremder wahrzunehmen. At home he feels like a tourist (gang of four).
Die Autorin Pia Hierzegger entwickelt parallel dazu die Geschichte einer "Grazer Biberköpfin", die trotz herber Rückschläge in Graz wieder die Füße auf den Boden kriegen und ein anständiges Leben führen will.
Was heißt das heute: ein anständiges Leben führen? Im Lichte von Bestechlichkeit, politischer Unverlässlichkeit und Überforderung, in Anbetracht von Bettelverboten, Alkoholverboten, Bannmeilen für Punks und Ordnungswache auf der einen Seite, shared spaces, Menschenrechtsstadt, Plattform25 auf der anderen Seite ist die Frage nach der Anständigkeit für uns ein Mitgrund gewesen, für Graz einen Alexanderplatz zu imaginieren.
Peter Alexander wird ihn früher oder später sicherlich auch bekommen. 

 

Regie: Ed. Hauswirth, Monika Klengel

Text: Pia Hierzegger

textliche Mitarbeit: Barbi Markovic, Colette Schmidt und Ensemble

mit: Jacob Banigan, Juliette Eröd, Pia Hierzegger, Gabriela Hiti, Eva Hofer, Elisabeth Holzmeister, Lorenz Kabas, Helmut Köpping, Rupert Lehofer, Martina Zinner

Regieassistenz Robin Klengel

Musik Imre Lichtenberger-Bozoki

Ausstattung Johanna Hierzegger

Ausstattungsassistenz Helene Thümmel

Technik Moke Klengel

Lichtdesign Martin Schneebacher

in Kooperation mit den Grazer Spielstätten

Uraufführung 19.04.2012, 20:00 Uhr

weitere Vorstellungen 21.04., 22.04., 24.04., 25.04., 26.04. und 27.04.2012

jeweils 20:00 Uhr

im Dom im Berg, Graz