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FIFTEEN WAYS TO LEAVE YOUR LOVER

Eine schlampige Performance über den Abschied

 

Ausnahmezustand in der Gessnerallee: Garderoben, Werkstätten, Möbellager, der Stall und sogar das Chefbüro dienen als Bühne für 15 besondere Abschiede. Unbekannte Orte im Haus werden bespielt, neue Linien werden quer durch das weitläufige Gelände gelegt und die Aufführungsräume mit leichter Melancholie durchzogen. Das Grazer Theater im Bahnhof lädt befreundete KünstlerInnen aus der Schweiz ein, das Theaterhaus zusammen mit ihnen für einen Abend performativ zu besetzen. Dabei beschäftigen sich die einzelnen Performances, Ereignisse oder Installationen nicht allgemein mit dem Thema «Abschied», sondern stellen einzelne ganz spezielle Abschiede wieder her.
Das Publikum wird nicht alles sehen, weil es nicht überall gleichzeitig sein kann oder weil manche Abschiede zu kurz sind und man sie nur zufällig im Vorbeigehen wahrnimmt. Andere Abschiede sind laut und stören. Manche sind vielleicht noch in Arbeit und werden bis zum Aufführungsschluss auch nicht fertig werden. Ein wildes Durcheinander, bei dem getanzt, gesungen, gegessen, getrunken, gekotzt, geschlafen, laut geweint und leise Servus gesagt wird.
Und es wird anschliessend nicht aufgeräumt!

Von und mit: Theater im Bahnhof ,ekw14,90 (Christoph Rath, Marlis Stöger, Moke Klengel, Andre Tschinder), Dominique Rust, Christoph Theussl, Mathias Lenz und weiteren Gästen
Konzept: Pia Hierzegger, Johanna Hierzegger, Gabriela Hiti
Das TIB wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Graz, von der Kulturabteilung des Landes Steiermark und vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

PROGRAMMPUNKTE: Änderungen vorbehal


DAS LANGE KLAPPERN ZUM KURZEN ABSCHIED (Monika Klengel)
Beginn: 18:30/ Dauer: permanent
Eine Frau arbeitet den ganzen Abend an einem Archiv von Abschiedssätzen. Jeder
Satz, jedes Wort bekommt seinen Wert und seine Nummer in der Sammlung des
Unausweichlichen. Die Tippfehler bleiben sichtbar, wie die Narben auf unseren Seelen. Alles läuft streng bürokratisch ab. Alles streng analog. Tragen Sie mit Ihren
Abschiedssagern zur Vollständigkeit der Sammlung bei! Oder nehmen Sie sich
Anregungen mit nach Hause.

JAGDSIGNAL
(Komposition: Leonard Eröd; Musikerinnen: Juliette Eröd, Martina Zinner)
Beginn: 18:55, 19:55; 22:25/ Dauer: ca. 2 Minuten


3 JUKE-BOX DER 100 ABSCHIEDE (Lorenz Kabas)
Beginn: 19:00/ Dauer: permanent
Eine Gitarre, eine Stimme und eine Live-Juke-Box bestückt mit 100 Abschiedsliedern. Vom Popsong bis zum Schlager, vom Chanson bis zur Ballade. VomTrennungsschmerz bis zur Hoffnung auf ein Wiedersehen oder der Freude auf einenNeubeginn. Lasse den Zufall bestimmen und erwürfle dir deinen ganz persönlichen Abschieds-Song oder wähle ihn dir gegen eine kleine Spende ins Sparschwein ganz gezielt an.
WAS BLEIBT. Dienstleistungstheater
(Gabriela Hiti, Elisabeth Holzmeister, Jacob Banigan)
Beginn: 19:007  Dauer: permanent;
Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns Ausschnitte Ihres Lebens Revue passieren zu lassen. Wir alle kennen das Gefühl etwas dringend loswerden zu müssen. Finden Sie mit uns heraus, wovon Sie sich verabschieden wollen. Am Ende gibt es ein Geschenk.
THE BASE - BACKSTAGE (Norbert Wally, Albert Klinger, Karl-Heinz Miklin)
Beginn: 19:00 / Dauer: permanent
Die Band des späteren Abends gewährt Einblicke in ihre intime Vorbereitungsphase. Wer spielt was, wann, wie laut und vor allem warum? Und was genau kann der Tontechniker dagegen tun? Und wird genug kühles Bier da sein? ab 23:00 dann Livekonzert von THE BASE
 MEIN ESSEN MIT KERMIT (Juliette Eröd, Pia Hierzegger)
Beginn: 19:00 / Dauer: permanent
Ein Abschied von der Kindheit, den die zwei Performerinnen mit einem 6-gängigen
Menü für ihre Stofftiere feiern. Während die eine kocht, stellt die andere Fragen und versucht zu erfahren, was da ist - jetzt wo die Jugend vorbei ist - und wie die Zukunft ausschauen wird.
WAS WURDE AUS...DEN UNZUFRIEDENEN. Tableaux vivants, performative Installation
(ekw 14.90=Christoph Rath, Marlis Stöger, Moke Klengel, Andre Tschinder)
Beginn: 19:00 / Dauer: permanent
In Anbetracht wachsender Frustration und der aktuellen Lage des Planeten stellte sich immer vehementer die Frage nach einer Lösung oder einer Alternative. Bedenkt man die Komplexität der verfahrenen Situation, gab es nur einen Ausweg.
WENN DU ENTDECKST, DASS DU EIN TOTES PFERD REITEST, STEIG AB
Eine sehr lehrreiche Führung durch die Gessnerallee.
(Eva Maria Hofer; Input: Werner Jahnel)
Beginn: 19:30, 20:30, 21.30 / Dauer: ca. 20 Minuten
Eva Maria Hofer beschäftigt sich mit verlorengegangenen, historischen Ereignissen,
überprüft teils unglaubwürdige Geschichten und Anekdoten und fördert im Lichte neuer Zusammenhänge Erstaunliches zutage.
Individuelle Führungen zu fixierten Zeiten- bitte beachten Sie die Zeittafeln im Hof oder fragen Sie Frau Hofer. Achtung: zulässige Nutzlast darf nicht überschritten werden.

VERSCHWINDEN. Performance (Monika Klengel)
Beginn: 20:00, 20:30 / Dauer: ca. 20 Minuten
Wer kennt das nicht: Im Angesicht der "verrückten Welt", in der wir leben, möchte man sich oft allzu gern in Luft auflösen, sich zurückziehen, abtauchen, verschwinden: Decke über den Kopf und weg. In VERSCHWINDEN gibt eine Schauspielerin diesem Drang nach und versucht, auf offener Bühne zu verschwinden. Was sie dafür braucht, ist nicht viel: einen Rollkragenpullover, einen Piccolosekt, Musik aus dem Smartphone. Während sie sich zu einem Tänzchen aufschwingt, singt sie auch ein bisschen und denkt über die Präsenz von Frauen in der Gesellschaft nach.


HUSBAND (Ed.Hauswirth)
Beginn: 20:00 / Dauer: ca. 20 Minuten
Inspiriert von Cassavetes' Film ?Husbands? entwickelt ein Mann eine Performance an der Schnittfläche zwischen dem Persönlichen und dem Öffentlichen. Auf einer Straße, beobachtet von fernen Betrachtern, ein Tanz mit der Biographie, sehnsuchtsvoll und eigensinnig. Als Mittvierziger stellen sich im Leben eine Reihe von Fragen, die im Film ?Husbands? vor dem Hintergrund der sechziger Jahre thematisiert sind: Haben wir bisher das richtige gemacht? Wollen wir das überhaupt? Was wäre, wenn das unser letzter Tag wäre?
ABSCHIED VON DER ARBEIT. Video (32?) - (Johanna Hierzegger)
Beginn: 19:00 / Dauer: permanent
Interviews mit Menschen an ihrem Arbeitsplatz - am Tag, bevor sie in Pension gehen=in Rente gehen=in den Ruhestand versetzt werden.

 ABSCHIED VOM LANGEN ERSTEN ZEHNTEL DES 21.JAHRHUNDERTS
(Rupert Lehofer und Gäste). Gesprächsrunde
Beginn: 20:00 / Dauer: ca. 120 Minuten
Wenn laut Eric Hobsbawm das 20. Jahrhundert ein kurzes war, dann ist das erste
Zehntel des 21. Jahrhunderts ein langes. Von der Auflösung der Sowjetunion bis zum Zusammenbruch von Lehmann-Brothers ist es fast doppelt so lang wie geplant. Zugleich ist das die Spanne, in der heute erwachsene Menschen historische Zeit itgelebt haben. Es bietet sich die intime Runde zum Abschied nehmen an. Die Intimität des Gesprächs erlaubt keine Übertragung, kein Ausstellen auf öffentlicher Bühne. Wer zuhören will, kann sich nur hineinschleichen und so unauffällig wie möglich lauschen.


EINE SCHNELL GEPROBTE PERFORMANCE (Arbeitstitel) v. Dominique Rust und Freunden - (Näheres wird noch bekanntgegeben)
Beginn: 20:00 / Dauer: wird noch bekanntgegeben
14 DIE HEIMATERDE SEI DIR LEICHT. Eine Kondolenzlesung
(Martina Zinner, Mathias Lenz, Christoph Theussl)
Beginn: 21:00 / Dauer: ca. 60 Minuten
An die 30.000 Menschen aus Österreich und der ganzen Welt haben nach dem
tragischen Autounfall des damaligen Kärntner Landeshauptmannes Dr. Jörg Haider das vom BZÖ zur Verfügung gestellte Forum des online Kondolenzbuches genutzt und per Mausklick ihrer Trauer, ihren Gedanken und ihrer politischen Gesinnung Ausdruck verliehen. Das Ergebnis wird in einer einstündigen Performance von drei Kapazitäten der Kondolenz-Lesungs-Vortragskunst präsentiert. Mit dabei natürlich wie bei jeder Kondolenz Lesung die drei Evergreens des Kondolenz Liedgutes "Schnell kann man sterben", "Der schönste Tag zum Sterben" und "Wir werden alle sterben".
ABGEHEN. *** (Helmut Köpping; TiB-Ensemble)
Beginn: 22:30 / Dauer: ca. 15 Minuten
Am Ende erzählen die Akteure des Abends über ihre Eltern.
Die ZuschauerInnen werden durch den Raum geleitet, ähnlich wie bei einer
Polonaise. Sie gehen mit den SchauspielerInnen gemeinsam Wege ab und können
dabei zuhören, wie diese ihre Eltern beschreiben.
(und dann: The Base)