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ICH DURFTE AM TISCH DER GÖTTER SITZEN / VERSCHWINDEN

 


Ich durfte am Tisch der Götter sitzen

 

Wenn ich mich an die ORF-Aufzeichnung dieses Interviews erinnere, fällt mir zuerst das große Billa-Feuerzeug ein, und wie es manchmal eine Stichflamme gibt, wenn sich Oskar Werner eine Zigarette anzündet. Er trinkt, raucht und ist in Geberlaune. Das Spannende an diesem letzten ORF-Interview des Künstlers ist, dass es über das Anekdotische hinausgeht. Es erzählt über den Beruf des Schauspielers und auch über das Drama der Alkoholkrankheit von Oskar Werner.

Man spürt, dass er die Geschichten schon oft erzählt hat, manchmal macht er Abkürzungen, gibt Stichworte, ist aber immer großzügig und lässt uns an einer Zeit und Welt teilhaben, die näher am Mythos als an einer Realität ist. Mit kindlicher Freude baut er seine Erzählungen auf und schaudert über die Pointen seiner Biografie. Er skizziert die Charaktere, befreundete und verehrte Künstler. Von Wolf Albach Retty über Hans Moser bis zu Spencer Tracy begegnet uns die Besatzung eines unwirklichen schauspielerischen Götterhimmels. Andreas Kiendl spielt diesen Monolog nach und geht respektvoll mit der Vorlage um. Durch das Medium eines jungen heutigen Schauspielers spricht Oskar zu uns. (80% Genie, 20% Realitätsverweigerung, 10% Ermäßigung)

 

Mit Andreas Kiendl

Konzept: Helmut Köpping


PAUSE / IM ANSCHLUSS AN DIE GÖTTER - VERSCHWINDEN / BAR GEÖFFNET /
VERSCHWINDEN von Monika Klengel

Wer kennt das nicht: Im Angesicht der "verrückten Welt", in der wir
leben, möchte man sich oft allzu gern in Luft auflösen, sich zurückziehen, abtauchen, verschwinden: Decke über den Kopf und weg.

In VERSCHWINDEN gibt eine Schauspielerin diesem Drang nach und versucht,
auf offener Bühne zu verschwinden. Was sie dafür braucht, ist nicht viel: ein Rollkragenpullover, ein Piccolosekt, Musik aus dem Smartphone.
Während sie sich zu einem Tänzchen aufschwingt, singt sie auch ein bisschen und denkt über die Präsenz von Frauen in der Gesellschaft nach. Zwar ist sie eine Künstlerin "in den besten Jahren", doch wird ihr im Laufe des Abends bewusst, dass ihr Älterwerden auch mit einem Vergessen-werden einhergehen kann. So widmet sie die Performance älteren Frauen bzw. Künstlerinnen, die aus dem gesellschaftlichen Leben herauskippen und nicht mehr wahrgenommen werden. Dabei vermeidet sie moralisierenden Bierernst, sondern vermittelt mit sektbeschwingter Leichtigkeit, wie wunderbar das Leben auch im Angesicht des Verschwindens ist.

"Eine zum Weinen schöne Performance" (Christian Ude, Kleine Zeitung)
"Einsame Klasse, mit der Monika Klengel frei nach Erwin Wurm in einem
Pullover verschwindet" (Hermann Götz, FALTER)

von und mit Monika Klengel

Zusatzvorstellung bei der langen Nacht des TiB am Fr 20.01.2012, 19:30 Uhr!