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BELMONDO MON AMOUR

Ein Abend über die Kunst des Schmachtens

 

Es geht um die Liebe. Um die Liebe im Kino. Um die Liebe ohne Kino. Um
die Liebe im Leben. Um das Leben ohne Liebe. Dafür legen wir Szenen aus
dem Film "Elf Uhr nachts" (1965, Regie: Jean-Luc Godard) auf den
Seziertisch.


Auf der Leinwand:

Ein Liebesfilm (mit Belmondo und Anna Karina), der ganz unromatisch
daherkommt.

Ein Roadmovie (mit Cabrio und Nizza), das steckenbleibt.

Ein Gangsterfilm (mit Blut und Waffenhandel), der gar nicht spannend ist.

Ein Gesellschaftsfilm (mit Partys und Society), der nicht fortgesetzt wird.

Ein Musikfilm (mit Gesangspart und Tanzeinlage am Strand), der doch nie
ein Musical werden wird.

Ein Einsamer-Insel-Film (mit Papagei und Tagebuch), der ohne Erkenntnis
bleibt. ...u.v.a.


Und auf der Bühne?

Zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, unternehmen den Versuch, über das
Erzählen von Liebesszenen Erkenntnisse über das Phänomen des
zwischenmenschlichen Debakels LIEBE zu gewinnen. Sie sind kein
Liebespaar. Gemeinsam versuchen sie ins Schmachten zu kommen. So zu
schmachten, wie man es nur im Kino tut. So zu lieben, wie man es im Kino
gelernt hat. Sie erzählen die Szenen, sie sprechen die Dialoge nach, sie
singen den Soundtrack, sie spielen die Pausen, die Blicke, die Schnitte,
die Kameraeinstellungen. Sie sprechen französisch. Sie tanzen. Wollen
diese Gefühle herstellen und erfahren. So entsteht ein seltsam
zerteiltes TiB-Remake des Originals. Ein Movie auf offener Bühne, ein
Abend über die Liebe und den ganzen Krampf.

MIT: Lorenz Kabas, Martina Zinner
AUSSTATTUNG: Heike Barnard
TECHNISCHER SUPPORT: Martin Schneebacher, Moke Klengel
REGIE: Monika Klengel