Eigenproduktion von 400asa/Theater im Bahnhof
2008 wird ein sportliches Jahr, ein bewegtes, dynamisches Jahr. Ein redenreiches Jahr! Was werden da für Reden gehalten, was wird da gesteppt, getanzt, geswingt in unseren schönen Städten. Es ist ein Jahr der Feiern. Der weltoffenen Feiern. Der nationalen Feiern. Denn "patriotisch" und "europäisch" schliessen sich in diesem Jahr nicht aus, gerade für einen Sozialdemokraten nicht. Ihm wird kein Trost in einer kleinen Nische gewährt. Nein. Er hat sich überall zu bewähren.
Inspiriert durch das länderübergreifende Fussballereigniss EURO 08 in der Schweiz und in Österreich inszeniert 400asa und das Theater im Bahnhof ein spezielles Event: Im Geiste von Blake Edwards Film "Der Partyschreck" aus dem Jahr 1968 wird ein fiktives, länderübergreifendes Treffen von Sozialdemokraten aus dem Geist der Komödie zerstört. Im Film wird Peter Sellers, der von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, fast zu einem Subversiven, einem Terroristen gemacht. 400asa und Theater im Bahnhof rufen eine neue Party aus. Doch wie die Denk-Matrix ?Sozialdemokratie? soll die EM nur modellhaft dazu dienen, etwas Grundsätzliches über unsere eigene Welt und ihre Widersprüche auszusagen. Überall droht dieser Schreck, der die Feier zerstören will.
Entworfen wird das Porträt einer konsenswütigen, "guten" Gesellschaft, die nur mit ihresgleichen verkehrt und sich abfeiert, alles andere erbarmungslos übersieht, eine Gesellschaft, die zudem gnadenlos unterhalten sein will und dafür jede bornierte Dummheit begeht. Man hat ja Humor. Das ist das Kapital für einen genussvollen Katastrophenabend, der im Schaum ersticken muss.
Formales Gerüst bieten sozialdemokratische Reden, die die Autoren von 400asa und Theater im Bahnhof Politikern wie Leuenberger, Schröder oder Ledergerber in den Mund schreiben werden. Die Liebe zum Fußball wird diese Reden prägen, doch wie auch die Denk-Matrix "Sozialdemokratie" soll die Europameisterschaft nur modellhaft dazu dienen, etwas Grundsätzliches über unsere Welt und ihre Widersprüche auszusagen.
Wie gerne würden wir ja die Sozialdemokraten lieben! Wie gerne würden wir uns selber lieben! Wir alle sind Sozialdemokraten.
REGIE:Ed. Hauswirth, Samuel Schwarz, Philipp Stengele
SCHAUSPIEL:Phillippe Graber, Pia Hierzegger, Lorenz Kabas, Kaspar Weiss und Gästen
AUSSTATTUNG:Maria Gruber, Philipp Stengele
SOUND:Michael Sauter
MIT TEXTBEITRÄGEN VON:Urs Bräm, Paolo Fusi, Pia Hierzegger, Michael Ostrowski, Johannes Schrettle, Raphael Urweider und Ensemble
PRODUKTION:Monika Klengel
ASSISTENZ:Sabine Krammer