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KOLLEGIUM KALKSBURG

Reparatour 2016! Konzert

 

März 2016: Kollegium Kalksburg im Dopplerdezennium!
20 Jahre Grammelschmalz im Dienste des WienerLieds

Weil die Gründungsgeschichte des Kollegiums ein bisserl lang ist und auch (noch) keine schöne Schlusspointe hat, wollen wir erst gar nicht damit anfangen. Sicher ist, das die drei Spätberufenen im Vorfrühling, genauer am 9. März 1996 um Acht Uhr Abends, beim II. Herz Ton Wien-Festival (damals, alle drei im dreiunddreissigsten Lebensjahr, versprachen sie noch:
"Drei reuige Hascherln pubertieren zum Herz ohne verletzen zu wollen" zum ersten Mal mit der Marke "Kollegium Kalksburg" die Bretter, die kaum Geld versprechen, betreten haben und auf ebendiesen über eine Stunde ? lang? kurz? der Eine sagt so, die Andere so ?  herumgestanden sind. Mit gezählten vier Liedern, einem Langgedicht und viel sinnloser, aber umso verzweifelterer Moderation!
Diese künstlerische Konzeption verfolgt sie im Großen und Ganzen bis heute und brachte ihnen schon bald mehr oder weniger hilflose Beschreibungsversuche wie 'Wienerlieddekonstruktionswunderkinder', 'Postalkoholische Depressionsanarchisten', 'Wurschtigkeitsvirtuosen in bester Hoffnung auf die letzte Ölung' u.ä. ein.
Und sonst? Ein kompaktes Häuferl Tonträger, Theater, Film und Gschisti Gschasti, vor allem aber ungezählte Auftritte auf allen wienerischsprachigen Bühnen der Welt ? So war's, so ist's, und so mög's bleibm, bis's ledsde Breserl schdü dsareibm.
Gerda & Samuel Blattbauer

an die dennen vonn der kalckspurck
große dramen, kleine siege
glücksmomente, niederlagen
keine, kleine, hohe gagen
getränkebons und bruderkriege

geburtstag, hochzeit, jubiläen
notfalls auch sogar noch taufen
(einer weiht, die andren saufen)
beim wiatn gibts ein wiedersehn

antonio fian liest und dichtet
auch groß erklangt das kombinat
wer freunde hat, hat auch salat!

ich wünsch, dem reim wie nur verpflichtet:
euch lang noch bis zur seligkeit:
denn alle lust will ewigkeit!

März 2016: Kollegium Kalksburg im Dopplerdezennium!
? und zwanzig waren, wie eines war.

Nach 20 Jahren Selbstzerstörung und -verleugnung, vermeintlich im Dienste des WienerLieds, aus berufenen Mündern hören zu müssen, dass das, was sie jetzt 'machen' mit WienerLied nur mehr sehr wenig zu tun hat und früher im besten Fall noch als Heurigenanstrudelungsgedudl durchgehen konnte, muss gerade für die drei spätberufenen Kalksburger ein schwerer Schlag gewesen sein. ? All die Jahre des Strebens vergebens? Das ringen um Ausdruck, das schinden von Eindruck, die Ruachlarei, die Räusche, die Auf und Abs und Hin und Hers, ois fia di Fisch?
Erfolge, ja, die gabs: viele kleine, ein paar Große, viel Schönes auch und Tragisches.
Aber die Jahre sind gekommen, die Jahre sind gegangen, und mit ihnen die Erinnerung.
Geblieben sind ein paar Narben an Körper und Seele (der Geist ist unverwundbar), eine Handvoll selbstgestrickter Kompaktdisketten, die goldene Ehrennadel der Weinviertler Sektion des Österreichischen Alpenvereins und nicht zuletzt, aber ziemlich am Ende, drei ergrauende Wienerlieddekonstruktionswunderkinder, die vielleicht manchmal ein bisserl wehmütig, sicher aber ohne Reue kurz zurückschauen, dann aber schnell wieder nach Vorn, furchtlos ins Auge des Hurrikans 'Zukunft'. Aber wo die Gesundheit wohnt und die Zufriedenheit ein und aus geht, da zieht gerne auch das Glück bald ein ? oder so. Wir wünschen's Ihnen!
Karl und Edmund Grießbichla