nach "Tabus" von Carl Djerassi
Das Theater im Bahnhof zeigt im Zusammenhang mit dem 4. Europäischen Kongress für Reproduktionsmedizin eine Auseinandersetzung mit dem Theatertext "Taboos" von Carl Djerassi. Die vom Autor aufgeworfenen Fragestellungen wie Familie und Rollenbilder bearbeitet das Ensemble, indem es sich Texte auf den Proben aneignet, diese durch szenische Improvisationen vertieft und interpretiert und dafür dem TiB eigene, theatrale Formen findet.
Das TiB nutzt seine Eigendefinition als österreichisches Volkstheater um die Anordnung, Handlung und Figuren des Stückes "für eine österreichische Wahrnehmung" zu adaptieren und nachvollziehbare bequeme aber auch kontroversielle Fragen auf die Bühne zu bringen.
Carl Djerassi über sein Stück:
Begriffe wie "Ehe", "Familie" und "Eltern" hatten früher eine fest umrissene Bedeutung. Sie waren das Fundament, auf dem unsere kulturellen Werte beruhten. Begriffe wie "Embryo", "Kind" oder "Zwilling" wurden ebenfalls als unzweideutig verstanden.
Und Postulate wie, eine Ehe müsse heterosexuell sein und ein Kind könne nicht zwei Elternteile gleichen Geschlechts haben, wurden nicht einmal aufgestelt, weil es daran nicht den geringsten Zweifel gab.
All diese Begriffe sind ins Wanken geraten, ihre einst klaren Abgrenzungen verschwimmen, ihre Bedeutung erweitert sich. Manche mögen die Schuld bei der In-Vitro-Befruchtung suchen...
Mit: Beatrix Brunschko, Pia Hierzegger, Martina Zinner,
Lorenz Kabas, Manfred Weissensteiner
Regie: Eduard Hauswirth
Ausstattung: Heike Barnard
Produktionsleitung:Gabriela Hiti