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POSITION

Schluss mit lustig: Zwei Männer arbeiten nicht!

 

Performance: Johanna Hierzegger, Rupert Lehofer und Manfred Weissensteiner
Choreografischer Input: Christina Lederhaas
Szenischer Input: Ed. Hauswirth, Helmut Köpping
Training: Georg J. Andree

 

Würde heute ein Politiker oder eine Politikerin fordern: "Weitet die Arbeitslosigkeit aus!", er oder sie könnte sofort einpacken. Deswegen versprechen PolitikerInnen über alle Parteigrenzen hinweg bekanntlich auch genau das Gegenteil, nämlich Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und das, obwohl jede/r weiß oder zumindest wissen könnte, wenn sie/er morgens oder abends den Mitmenschen in der U-Bahn oder im Bus genauer ins Gesicht schauen würde: Arbeit macht krank und häßlich, Arbeit ist Mühsal. Karl Marx wußte das; er hat allen KritikerInnen gesellschaftlicher Elendsproduktion ins Stammbuch geschrieben: "Das Reich der Freiheit beginnt erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört."

Stefan Grigat konkret 5/2014

 

Unsere Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung definieren sich an diesem Abend nicht über die Produktivität. Wir untersuchen den Wert des Menschen frei von  Mühsal, Strapaze und Plage, sichern an diesem Abend sicher nicht  unseren Lebensunterhalt und verbessern nicht unsere Lebensbedingungen.  Wir stellen uns mutig  den Vertretern und Vertreterinnen einer konformistischen Arbeitsmoral, benutzen unseren Status als Künstler, beziehen Position und geben uns zum Abschuss frei. Wir arbeiten nicht, aber wir haben Gefühle: wir haben viel Mitleid mit stillen Männern, alten Frauen, Wirten ohne Gäste und hungrigen Katzen.

 Die Performance ist eine gemeinsame Arbeit von Johanna Hierzegger, Manfred Weissensteiner und Rupert Lehofer.

 

?Position? ist eine Koproduktion von Theater im Bahnhof  und  Theater am Ortweinplatz und wird im September 2014 im TiB und im Jänner 2015 im TaO! gezeigt