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GAME OF DEATH!

Wenn die Eieruhr des Todes schellt

Game of Death: Ein Impro-Solo mit Jacob Banigan

GRAZ. Es hat zunächst etwas von einer Zaubershow, wenn Jacob Banigan im Theater im Bahnhof die Spielregeln für sein erstes Impro-Solo festlegt: Da werden Zuschauer gebeten, Tarotkarten zu ziehen, um die Geschichte des Abends vorherzubestimmen. Eine weitere wichtige Rolle spielt eine Eieruhr, die - auf einen unbekannten Zeitraum eingestellt - den Tod plötzlich ins Spiel bringen wird.

So weit, so unklar, denn was danach passiert, liegt ganz allein in den Händen des kanadischen "ImProfis". Wie schnell er seine Geschichten erfindet und auch noch ganz alleine umsetzt, das hat nach wie vor etwas Magisches: So erschafft er aus den Karten "Das Kind", "Der Fuchs", "Der Klee" und "Das Herz" eine unheimlich lustige Geschichte um zwei bekiffte Snowboarder, die in einem gottverlassenen Nest einen Fuchs überfahren und auf dem verspukten "Witches Pass" überraschenderweise tatsächlich einer Hexe begegnen.

Fazit: Geniales Improtheater mit einem, der genau weiß, was er tut, wenn er nicht weiß, was er tut. Ein echter Zufallstreffer!

NINA MÜLLER / Kleine Zeitung


?Game of Death? : Impro-Solo von Jacob Banigan im Grazer Theater im Bahnhof - Der Meister mit den Tarot-Karten
Lange hat es gedauert, bis Jacob Banigan ? kanadischstämmiges ?Theater im Bahnhof?-Mitglied und Weltmeister in Sachen Impro- Theater ? sich über eine Solo Show getraut hat: Mit ?Game of Death? lädt er die Besucher im Theater im Bahnhof, Elisabethinergasse 27, zu einer außergewöhnlichen Tarot-Erfahrung.
In ?Game of Death? bestimmen die Zuseher und Tarot-Karten das Skelett der Handlung, das Banigan in seinen Impros dann mit Fleisch auffüllt. Das Resultat sind spontane Geschichten, die unterhaltsamer und berührender sind als so manches, was einem sonst als Theater verkauft wird. Zu Beginn legt Banigan einem Freiwilligen aus dem Publikum die Tarot-Karten, befragt ihn oder sie nach Assoziationen mit den jeweiligen Motiven. Ein weiterer Zuseher ist für die Eieruhr des Todes zuständig ? er muss sie heimlich stellen, und wenn sie läutet, ist es Zeit für den Darsteller, den Tod in die Geschichte zu bringen. Bei der Premiere entstand aus diesem von Banigan und Regisseur Helmut Köpping neu kreierten Impro- Format etwa ein Horror- Märchen über kiffende Snowboarder: Nachdem sie einen sprechenden Fuchs überfahren haben, landen sie in einem abgelegenen Kaff, wo sie nicht nur die Piste ihres Lebens, sondern auch eine verwunschene Hexe finden ? und den Tod. Beim zweiten Durchgang landen wir mit Banigan in der geschlossenen Psychiatrie ? und erleben mit, wie eine psychotische Mörderin zum ersten Mal wieder an die frische Luft darf. Um Gespräche mit der Krankenschwester inszenieren zu können, greift Banigan zu Video-Loops und spielt die Szenen einfach mit sich selbst. Wahrlich weltmeisterlich ist die Leistung, die er in ?Game of Death? abliefert. Das muss man wirklich gesehen haben. In englischer Sprache!
Faszinierender Dialog mit sich selbst: Jacob Banigan mit ?Game of Death? im Theater im Bahnhof
VON CHRISTOPH HARTNER / Kronen Zeitung