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Alles was der Fall ist


Pyjama Party vor Publikum

Theater im Bahnhof mit "Alles was der Fall ist" im brut

Aufwachen und ankuscheln. Plötzlich nebein Rainer Pariasek liegen. rotzdem weiterschlafen... Auf der Bühne stehen, den großem Erfolg spüren. Plötzlich vom Regisseur die Hand gereicht bekommen. Das wird so nichts... Sich als Carmen-Einspringerin anbieten. Plötzlich draufkommen, dass man nicht einmal bei der Arie textsicher....

In der Theater-Performance-Produktion "Alles was der Fall ist" geben sechs Schauspielerinnen des Theater im Bahnhof reihum improviesierte Traumprotokolle zum Besten. Und während die eine gerade übers Spaghetti-Kochen plaudert, baut die nächste im Hintergrund eine Installation aus Alltagsgegenständen, spielt eine dritte Schiedsrichterin. Sie pfeift an und ab, entscheidet, ob ein Werk gelungen ist oder nicht und zwingt die Künstlerin zum Interview über sich und das Werk. So geht das in Endlosschleife, drei Stunden lang (kommen und gehen ist erlaubt) - man will bis auf sechs Stunden erweitern. Die Blutauffrischung, die sich die Grazer bei der britischen Experimentalgruppe Forced Entertainment und der Berliner Künstlerin Tanja Knauf geholt haben, trägt Früchte: Man setzt auf Spielregeln statt Regie, Persönlichkeiten statt Rollen, Erzählen statt Ausstellen, Poesie der Langsamkeit statt trashiger Text-Collagen. Und weil es sich dabei um die ureigensten Stärken des Ensembles handelt, funktioniert das auch, traumhaft gut.


Caro Wiesauer, Kurier 31.01.2008, Kurierwertung 4,5 von 5 Punkten.