Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Mai 2007
"Zu unserer Ranch geht`s rechts ab!
[...] Ein wenig aus dem Rahmen fällt der Spaßbeitrag des ersten Festivaldrittels. Das hierzulande vielgelobte Theater im Bahnhof aus Graz untersucht die Vermengung von Arbeit und Freizeit in einer Welt, in der sinnstiftendes Tun rar geworden und Urlaub nur mehr der Wiederherstellung der Arbeitskraft zu dienen scheint. Der Dramatiker Johannes Schrettle siedelt "Lisa auf Zeitausgleich" wird, so ahnt man, eine Groschenschnulze um den Geisterdoktor, den "Pferdeflüsterer" Tschechow, die ungleichen Brüder Michi und Ruppert, die Reihofleiterin Garbie und das bulgarische Ex-Go-go-Girl Emona, das zufällig einen Pferdenamen trägt, verfilmt. Während noch die letzten Wölkchen aus Glitzerfolie aufgehängt werden, Michi Sodomie mit einem Pferd treibt, Garbie an der Buchhaltung verzweifelt, entführt und fesselt Emona recht professionell den einzigen zahlenden Gast Lisa. Aber diese amüsiert sich prächtig und wird sich nach dem Urlaub gestärkt auf ihren Job stürzen ? falls sie den noch haben sollte. Eine vorgetäuscht kopflose Inszenierung (Ed. Hauswirth) wächst zu einem halbwegs unterhaltsamen Abend heran, das Ensemble spielt auf Klamauk und scheut nicht vor dem Einsatz von Helium zur Stimmmodulation zurück. Hier wird nicht einmal Rosamunde Pilcher unrecht getan ? Tiefgang sollte man trotz der hochtrabenden Phrasen im Programmheft jedoch nicht erwarten..."
Tiroler Tageszeitung
".... Der steirische Jungdramatiker Johannes Schrettle ist ein Meister schneller,
anspielungsreicher und hintergründig-ironischer Texte, durchaus zeitgeistig angesiedelt zwischen David Schalkos Textmassen aus der "Sendung ohne Namen" und der (Theater-)Sprache eines René Pollesch...."
Die Furche" Nr. 21/07 vom 24.05.2007
"...Das TiB ist Schrettles Text unter dem Motto "Wie wirdGlücklichsein erzeugt?" begegnet. Sie etablieren Idyllenbilder, die auf das Fernsehen rekurrieren, vor allem auf Rosamunde Pilchers Trivialliteratur. Regisseur Ed Hauswirth persifliert gekonnt dieses Fernsehformat und stellt das Paradoxe einer als authentischbehaupteten Idylle aus.
Absurde Seifenoper: Das TiB hat eine wirklich schräge, unterhaltsame Soap-Comedy entwickelt, die von schnellen Bildern und absurden Metaphern lebt..."